Wenn die Kunst der Papierherstellung nicht wäre…

…dann gäbe es keine Bücher, keine Holzdrucke, oder zauberhafte Radierungen und Zeichnungen. Über Geldscheine, Tapeten und Spielkarten brauchen wir gar nicht zu reden. Aber in der Kunst sähe es sehr traurig aus. Selbst wenn eine digitale Arbeit mich sehr zufriedenstellt: ich lasse sie ausdrucken. Selbstverständlich gehen wir heute bewusster mit Papier um. Wir wissen um die Ressourcen, die wir verantwortungsvoll nutzen.

Die Druckkunst ist etwas ganz Besonderes, auch in Bezug auf das Papier. Hier muss es höchsten Ansprüchen genügen. Ganz speziell trifft das auf den Tiefdruck zu. Das Kupferdruckbütten wird, angefeuchtet, mittels Filz und Presse, in die Tiefen der Druckplatte gepresst und holt dort akkurat die Farbe hervor. Nur so kam in Köln der Kölner Dom so präzise in den Stadtansichten der Kupferstecher auf den Druck.

Das Gütezeichen des Büttens ist das Wasserzeichen. Wunderbar wird es in dem Artikel der FAZ über die Papiermühlen in Toscolano am Gardasee beschrieben.

Jedes Blatt enthielt das individuelle Symbol des Papiermachers, als Gütesiegel handwerklicher Qualität. Es wurde mit einem dickeren Kupferfaden in das Bronzegewebe der Schöpfform eingenäht. Wurde diese in die Bütte mit dem Faserbrei eingetaucht und wieder herausgenommen, blieb an dieser Stelle weniger Brei hängen. Das anschließend gepresste und getrocknete Papierblatt war dort dünner, und die Filigranzeichnung wurde, gegen das Licht betrachtet, sichtbar.

Makroaufnahme einer Kaltnadelradierung, die verdeutlicht, wie präzise das Papier die Farbe aufnimmt
Kaltnadelradierung

Hier ein Beispiel einer Kaltnadelradierung auf einem Kupferdruckbütten von Somerset aus England. Ein wunderbares festes und weißes Büttenpapier. Meine Packing Prints sind ebenfalls auf dem schönen englischen Papier gedruckt.

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